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Zeppelin schaut positiv in die Zukunft
Finanziell gut aufgestellt, investiert Zeppelin in die Zukunft – trotz deutlicher Markteinbrüche und verhaltener Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr
Friedrichshafen/Garching b. München, 20. Mai 2010. Das Jahr 2009 ist nicht spurlos an der ZEPPELIN GmbH vorübergegangen. Dank der strategischen Gegensteuerungsmaßnahmen ist das Traditionsunternehmen im Krisenjahr nicht in die roten Zahlen gerutscht und hat seine Mitarbeiterzahl konstant gehalten. Im ersten Quartal 2010 mehren sich die Anzeichen, dass sich der Konzern nach dem gesamtwirtschaftlich schwierigsten Jahr der Nachkriegsgeschichte wieder im Aufwärtstrend befindet. Entscheidend werden allerdings die Ergebnisse des zweiten Halbjahres sein.
Insgesamt verzeichnete die Zeppelin Unternehmensgruppe im Jahr 2009 einen Umsatzrückgang um 27 Prozent von 2,45 Mrd. Euro (2008) auf 1,80 Mrd. Euro und einen Gewinneinbruch um 75 Prozent von 98,7 Mio. Euro auf 25,1 Mio. Euro Ergebnis vor Steuern. Am meisten waren vom Geschäftsrückgang die osteuropäischen Handelsgebiete der Zeppelin International AG betroffen, wo der Markt für Baumaschinen teilweise um bis zu 75 Prozent eingebrochen ist. Aber auch die deutsche Handelsgesellschaft Zeppelin Baumaschinen GmbH musste massive Einbußen verkraften. Die Motorengesellschaft Zeppelin Power Systems und der Bereich Anlagenbau konnten sich hingegen aufgrund der längeren Projektfristen und des hohen Auftragsbestands gut behaupten und trugen damit wesentlich zum positiven Konzern-Ergebnis bei. Der Auftragseingang war in allen Zeppelin Gesellschaften rückläufig. Insgesamt konnte Zeppelin im Handelsbereich 13 031 Baumaschinen, Gabelstapler, Motoren und Agrarmaschinen verkaufen. Das entspricht einem Rückgang von 33 Prozent (2008: 19 054).
Maßnahmen gegen die Krise
Trotz der extrem anspruchsvollen Rahmenbedingungen und der Widrigkeiten in allen Geschäftsbereichen hat sich Zeppelin verhältnismäßig gut geschlagen. Konzernchef Peter Gerstmann: „Zeppelin hat schnell und angemessen auf die Krise reagiert. So konnten wir trotz des Einbruchs eine positive Umsatzrendite erwirtschaften. Auch haben wir unsere Mitarbeiterzahl bei knapp 6 100 konstant gehalten. Das ist eine außergewöhnliche Leistung.“ Als wirkungsvoll erwies sich in der Krise die von Zeppelin initiierte Schutzschirmkampagne, ein achtteiliges Maßnahmenpaket. Michael Heidemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen GmbH: „Als die Banken die Kredite reduzierten, haben wir unseren Kunden in enger Zusammenarbeit mit Cat Financial und anderen Finanzierungspartnern günstige Kredite zur Verfügung gestellt. Unsere Kunden haben dieses Angebot vielfältig genutzt, was sich für uns in gestiegenen Marktanteilen auszahlte.“
Die relative Krisenfestigkeit von Zeppelin ist auch darauf zurückzuführen, dass die Unternehmensgruppe mittlerweile auf verschiedenen Säulen steht, die unterschiedliche Kunden, Märkte und Länder berücksichtigt, sowie sich aufgrund der Projektlaufzeiten unterscheiden. „Selbst im Worst-Case-Szenario, das wir 2009 mit dem gleichzeitigen Einbruch aller Märkte erlebten, hat sich der Marktrückgang nicht mit der gleichen Stärke auf alle Gesellschaften ausgewirkt. So konnten wir innerhalb des Konzerns die Krise besser abfangen“, kommentiert Gerstmann.
Zudem hatte Zeppelin bereits zu Beginn der Krise umfangreiche Maßnahmen zur Stärkung der Organisation eingeleitet: Die aus den Wachstumsphasen der Vorjahre resultierenden Lagerbestände wurden an die zukünftigen Erwartungen angepasst. In den Mietparks wurden umgehend Kapazitätsanpassungen vorgenommen, um in einem kleineren Markt effizienter handeln zu können. Auch das Gebrauchtmaschinenprogramm Cat Certified Used hat sich in der Krise bewährt. Erstmals konnte Zeppelin in Deutschland mehr Gebrauchtmaschinen als Neumaschinen verkaufen. Durch einen Solidarpakt mit Mitarbeitern in einigen unserer Gesellschaften konnten Arbeitsplätze erhalten und die Liquidität gesichert werden. Nur in Osteuropa fanden Personalanpassungen statt. In nicht ausgelasteten Bereichen des Anlagenbaus und im Mietservice wurde mit Kurzarbeit reagiert. „All diese Maßnahmen wurden mit dem Anspruch durchgeführt, dass eine Vertriebs-, Service- und Engineering-Organisation wie Zeppelin den hoch qualifizierten Mitarbeiterstamm möglichst im Unternehmen hält“, unterstreicht Peter Gerstmann.
Trotz des Krisenumfeldes hat Zeppelin 2009 strategisch und zukunftsweisend investiert. Der Mietservice wurde durch die Akquisition der BAD Baustellen-Absicherung Dietrich sowie die Gründung von HWS Zeppelin erweitert. Durch die Übernahme der im Anlagenbau für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie tätigen Reimelt Henschel GmbH konnte Zeppelin Wachstumsmärkte für seine Industrieaktivitäten erschließen. Außerdem wurden durch Übernahme von Teilen der Fendt Fördertechnik die Aktivitäten im Staplerbereich ausgebaut. Mit den Akquisitionen wurden Serviceleistungen und die Wertschöpfungskette erweitert. Darüber hinaus wurden die Händlerschaften für Agrarprodukte neu ausgerichtet und durch die Gründung der Zeppelin Rental GmbH die Bündelung der Vermietaktivitäten des Konzerns vorbereitet.
Ausblick 2010
Auf 2010 blickt Zeppelin mit positiver Erwartung, da das Unternehmen mit wesentlich geringerer Kostenbasis, deutlich verringerten Beständen und einer gesicherten Liquidität in das Geschäftsjahr gestartet ist. Die vollständige Integration von Reimelt Henschel und HWS Zeppelin wird in diesem Jahr abgeschlossen sein. Zeppelin rechnet auch in den verschiedenen, das Tätigkeitsfeld umfassenden Märkten mit einer leichten Erholung. Die größte Konzerngesellschaft, die Zeppelin Baumaschinen GmbH, verzeichnete in den ersten vier Monaten des Jahres 2010 trotz des schweren Winters einen Anstieg im Auftragseingang von 145 Prozent, auch die Zahlen auf der weltgrößten Baumaschinenmesse bauma Ende April waren überraschend gut – mit 1 752 verkauften Maschinen und knapp 200 Mio. Euro Umsatz erzielte Zeppelin sogar Rekordzahlen. Insgesamt wird für den deutschen Baumaschinenmarkt eine Umsatzsteigerung von 10 bis 15 Prozent erwartet. Verbesserte Wachstumschancen werden auch für die Handelsgebiete der Zeppelin International erwartet. Gründe sind ein positives Investitionsklima sowie Wachstum in den Märkten der Rohstoffgewinnung sowie im Öl- und Gasmarkt. In der Geschäftseinheit Power Systems rechnet Zeppelin mit einer starken Nachfrage nach Gasmotoren sowie mit guten Exportmöglichkeiten im Bereich Lokomotivmotoren. Auch in der Vermietung scheint der Abwärtstrend gestoppt. Seit März 2010 entwickelt sich das Geschäftfeld wieder gut, reduzierte Mietparkkapazitäten sorgen für hohe Auslastungen. Insgesamt wird mit einem vergleichbaren Marktvolumen wie 2009 gerechnet Im Anlagenbau wird das Jahr wird aufgrund des starken Auftragsrückgangs des Vorjahres ertragsmäßig schwierig. Dennoch steigen auch hier wieder die Projektanfragen und Angebote, was sich positiv im aktuellen Auftragseingang niederschlägt.
Fünf strategische Geschäftseinheiten
Eine wesentliche Aufgabe im laufenden Geschäftsjahr ist die organisatorische Neuausrichtung nach fünf strategischen Geschäftseinheiten: Baumaschinen EU, Baumaschinen International, Rental, Power Systems und Anlagenbau. Das ist die konsequente Weiterführung der Strategie, die den Fokus auf spezifische Kunden- und Marktanforderungen durch eigenständige Geschäftsbereiche legt. Bereits durch die vor drei Jahren durchgeführte Gründung der Zeppelin Power Systems und die Implementierung einer eigenen Gesellschaft für Vermietservices in 2003 wurde dieser Weg eingeschlagen. Indem sich die strategischen Geschäftseinheiten an Kunden, Produkten und Geschäftsmodellen orientieren, soll gleichzeitig die Fokussierung auf die spezifischen Kundenbedürfnisse nochmals verstärkt werden.